TECHNOLOGIE


Die leise Kunst des Schmierens

Es beginnt harmlos. Du schaltest morgens deinen Computer ein. Statt des gewohnten sanften Surrens hörst du ein leichtes Kratzen. Ein Hauch von „Das klang gestern aber anders“. Du ignorierst es. Später im Auto, die Lüftung läuft, aber irgendetwas stimmt nicht. Ein leises Surren, das da gestern noch nicht war. Kein Drama. Noch nicht. Abends zu Hause: der Kühlschrank. Plötzlich brummt er lauter. Oder höher. Oder einfach anders.

Diese Geräusche können durch falsche oder nicht vorhandene Schmierfette hervorgerufen und beeinflusst werden. Geräusche sind kleine Verräter. Sie kündigen an, dass irgendwo im Inneren etwas nicht mehr ganz rundläuft. Und oft liegt die Ursache nicht im großen Defekt. Sondern im Detail. Im Schmierfett. Für diesen Fall gibt es von BECHEM Schmierfette, die die Geräusche minimieren bzw. eliminieren.

„In vielen sich drehenden Bauteilen bestimmen die Wälzlager den Klang. Sie drehen sich mit sehr hoher Geschwindigkeit und sind mit dem richtigen Schmierstoff entsprechend leise. Für die extremen Anforderungen werden qualitativ sehr hochwertige geräuschreduzierende Schmierfette mit sehr niedriger Reibung eingesetzt“, erklärt Dr. Axel Figge,

Leiter Forschung und Entwicklung für den Bereich Spezialschmierstoffe. Seit Jahren beschäftigt sich sein Team mit der Entwicklung und Herstellung von geräuschreduzierenden Schmierfetten und einer unscheinbaren, aber entscheidenden Frage: Wie bringt man Technik zum Schweigen? Axel erklärt: „Wälzlager drehen sich schnell. Sehr schnell. Und jedes noch so kleine Partikel entscheidet darüber, ob wir ein sanftes Flüstern hören oder ein nerviges Surren. Staub zum Beispiel. Winzig. Unsichtbar. Aber hart wie ein Stein im Schuh. Wird er im Lager überrollt, hört man das. Und selbst wenn das Staubkorn später zermahlen ist, bleiben mikroskopisch kleine Schäden zurück. Und die melden sich später mit einem Geräusch. Geräuschreduzierende Schmierfette müssen deshalb extrem sauber sein. Reinheit ist keine Tugend, sondern Pflicht.“

SCHMIERSTOFFTECHNOLOGIE


Wenn Schmierfett zur Welle wird

Doch es geht nicht nur um Sauberkeit. Auch die Struktur zählt. Das Schmierfett selbst besteht aus winzigen, möglichst weichen Partikeln. Sie sollen sich unter Druck ohne akustischen Protest geschmeidig verhalten. Und dann ist da noch die Viskosität des Grundöls. Ist sie zu hoch, schiebt das Lager das Schmierfett wie eine kleine Welle vor sich her. Irgendwann rollt es darüber. Und macht genau das Geräusch, das wir eigentlich vermeiden wollten.

VISKOSITÄT DES GRUNDÖLS

50–100

cSt bei 40 °C


Die ideale Balance liegt typischerweise zwischen 50 und 100 cSt bei 40 °C. Technik ist manchmal wie Kochen: Ein bisschen zu viel und das Rezept kippt.