Auf keinen Fall Stick-Slip.

Der Schmierspalt im Teleskopausleger von Mobilkranen wird vielen Verschmutzungen, Feuchtigkeit und auch mechanischen Belastungen durch Schnee und Eis ausgesetzt. Trotz dieser Belastungen muss der Schmierfilm aufrechterhalten werden. Keinesfalls darf es zu Stick-Slip kommen. 

Langsam versammeln sich immer mehr Zuschauer in der Nähe der Baustelle. Die Montage eines 65 Tonnen schweren Flügelsterns einer Windkraftanlage zieht Blicke auf sich, zumal die Aktion nahe einer vorbeiführenden Bundesstraße gut zu beobachten ist. Aktionen wie diese, verbunden mit spektakulären Spezial­transporten, bei denen riesige Mobilkrane zum Einsatz kommen, damit tonnenschwere Komponenten von Windkraftanlagen wie Rotornabe, Rotorblätter oder komplette Flügelsterne montiert werden können, faszinieren die Zuschauer. Das Gleiche gilt für große Baumaschinen, schwere Betonkomponenten für den Brückenbau, Schiffsgetriebe oder Boote, die auf sehr große Spezialtransporter verladen werden.

65 Tonnen sind nicht viel, wenn man bedenkt, dass sich die maximale Hebe­kapazität von großen Mobilkranen deutlich über 1.000 Tonnen bewegt. Mit der Forderung nach immer größerem Lasttragevermögen und längeren Mastkon-
struktionen wachsen die Fahrzeugdimensionen. Neben dem häufig extrem hohen Gewicht des Verladeguts ist es auch die mit den Dimensionen der Objekte verbundene Millimeterarbeit, die die Arbeit mit Mobilkranen sehr spannend macht. Schon die Montage und Demontage des eigentlichen Mobilkrans können zum spektakulären Schauspiel werden, wenn auf engstem Raum, beispielsweise zwischen Häuserblocks, zusätzlich zum Teleskop eine lange Gittermastwipp­spitze angebaut werden muss.


Die Montage tonnenschwerer Maschinenhäuser, Flügel oder kompletter Flügelsterne von Windkraftanlagen in mehr als 90 Meter Nabenhöhe wäre ohne Mobilkrane nicht möglich. Vieles hängt hierbei vom richtigen Schmierstoff ab.

Oft hängen 60 bis 120 Tonnen am Haken, wenn komplette Rotoren für Windkraftanlagen montiert werden.

Große Mobilkrane sind in der Regel mit bis zu sieben Teleskopsegmenten ausgestattet, die bis zu 100 Meter ausfahren können. Die Segmente bestehen jeweils aus unterschiedlichen, verschweißten und grundierten Stahlqualitäten. In den rohrartigen Segmenten herrschen extreme Flächenpressungen, die von harten Gleitelementen aus polyamidbasiertem Spezialkunststoff und der Konstruktion aus feinkörnigem Stahl aufgenommen werden müssen. Die Schmierstellen, d. h. der Schmierspalt, werden vielen Verschmutzungen durch Abrieb (Schleifstaub von Wartungsarbeiten), Baustellenbetrieb, Feuchtigkeit und auch mechanischen Belastungen durch Schnee und Eis ausgesetzt. Trotz dieser Belastungen muss der Schmierfilm aufrechterhalten werden. Unter gar keinen Umständen darf „Stick-Slip“ (englisch für Ruckgleiten) beim Aus- oder Einfahren der Teleskopsegmente auftreten. Passiert dies, kann es unter Beladung zu gefährlichen Schaukelbewegungen oder zum Aufschwingen im Kransystem kommen.

Alles kann tatsächlich vom richtigen und richtig applizierten Schmierfett
abhängen. Die schmierstofftechnischen Produktlösungen von BECHEM basie-
ren auf sehr hochviskosen, extrem haftenden Grundölen. Diese Spezialfette sind mit einer hohen PTFE-Dosis (Polytetrafluorethylen) ausgestattet, um den gewünschten Reibkoeffizienten für die hoch belasteten Teleskopsegmente zu erzielen. BECHEM bietet mit seinem Produktklassiker Berulub PAL 1 und dem noch jungen Berulub TCG 1 leistungsstarke, langlebige Produkte, die viele sichere Teleskopiervorgänge ohne Nachschmierung gewährleisten. Berulub TCG 1 lässt sich zudem auch bei extremen Minusgraden gut verarbeiten.


Nicht nur Spezialfett spielt eine tragende Rolle. Auch spezielle Gleitlacke können zukünftig ein großes Potenzial ausspielen.

Einen negativen Einfluss auf die Haltbarkeit des Schmierfettes und die Reibwerte des tribologischen Systems hat der Abrieb der Metallgrundierung, der zwangs­läufig beim Bewegen des Teleskopauslegers auftritt. Um dem entgegenzuwirken, hat BECHEM neben hoch belastbaren Spezialfetten weitere Spezialprodukte für moderne Teleskopkrane entwickelt, die darauf warten, erprobt zu werden: Gleitlacke. Das sind Industrielacke, die mit Festschmierstoffen und Additiven in einer spezifischen Pigmentvolumenkonzentration angereichert sind. Sie verleihen einem komplexen tribologischen System wie der Teleskopkonstruktion neben Funktionsverbesserungen auch Notlaufeigenschaften bei Mangelschmierung. Zudem schützen sie die Stahlfläche wirksam vor Korrosion, ohne die Reibwerte des Schmierfettes negativ zu beeinflussen. Damit wirken sie der Gefahr von Betriebsausfällen deutlich entgegen.

Schreiben Sie uns, wenn Sie mehr über unsere Schmier­fette für Krane erfahren möchten.


Produktwissen.

Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing.
Detlev Heyn,
Sales Manager Special Lubricants